Tarifvertrag sicherheitsgewerbe berlin 2017

Tarifverträge sind naturgemäß dazu gedacht, den Industriellenfrieden zu gewährleisten, und enthalten eine Verpflichtung, den Frieden während der Gültigkeit des Abkommens zu halten. Tarifpartner schließen in der Regel eine relative Verpflichtung ab, was bedeutet, dass Arbeitskampfmaßnahmen ergriffen werden können, um eine neue Vereinbarung zu erzielen. Das Betriebsverfassungsgesetz enthält eine absolute Friedenspflicht, d.h. Betriebsräte dürfen nicht selbst und außerhalb von Tarifverhandlungen streiken. Ebenfalls im November wurde ein Gesetz zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmer in den Lieferketten von Paketzustelldiensten verabschiedet, das die Haftung des Auftragnehmers für die Umsetzung gesetzlicher Arbeitsrechte, einschließlich der in Tarifverträgen geregelten, festlegt. Ahlers, E. et al (2017), Genderaspekte der Digitalisierung der Arbeitswelt , Diskussionspapier für die Kommission «Arbeit der Zukunft», Düsseldorf. Neue Verhandlungsrunden können beginnen, wenn ein Tarifvertrag ausgelaufen ist. Im Jahr 2018 liefen die Tarifverträge im Durchschnitt 26,5 Monate – die kürzeste Laufzeit war im Chemie- und Energiesektor (15 Monate), der längste im öffentlichen Sektor (30 Monate). Eine überraschende Entwicklung war das schnelle Wachstum der Umweltbewegung und die Forderungen, den Kohleausstieg und die Reduzierung der Co2-Emissionen zu beschleunigen. Die meisten Gewerkschaften des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) haben sich dem Freitag für die Zukunft angeschlossen und zu einem Klimaaktionstag Ende September mit 1,4 Millionen Teilnehmern aufgerufen. Unterstützt wird die Umsetzung des Gesetzes durch ein neues Arbeitsprogramm zur psychischen Gesundheit (2013–2017), das von der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) ins Leben gerufen wurde, einer gemeinsamen Initiative von Bund und Ländern und Versicherern. 2017 reformierte die Bundesregierung die Arbeitsschutzverordnung für Mütter (Verordnung zum Schutz der Mütter am Arbeitsplatz, MuSchArbV) und fusionierte sie mit der Mutterschaftsschutzverordnung (MuSchG).

Das neue MuSchG wurde auf junge Frauen in Berufsausbildung, Praktika oder Qualifizierungsausbildung ausgeweitet; Darüber hinaus wurde die Abendarbeit (20:00–22:00 Uhr) unter der Bedingung liberalisiert, dass Frauen die Erlaubnis zur Arbeit beantragen und dass die Behörden innerhalb von sechs Wochen nach dem Antrag eine Genehmigung erteilen. Nach dem Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) sind in Betrieben mit fünf oder mehr Beschäftigten alle Arbeitnehmer (mit Ausnahme der leitenden Angestellten) berechtigt, an Betriebsratswahlen teilzunehmen oder Betriebsratsmitglieder zu werden. Dazu müssen sie kein Gewerkschaftsmitglied sein. Während der Betriebsrat Über mitbestimmungsrechte sowie Mitberatungs- und Informationsrechte in Sozialen und Gesundheits- und Sicherheitsfragen hat, erstrecken sich diese Rechte nicht auf Tarifverträge (es sei denn, die Vereinbarung erlaubt es dem Betriebsrat ausdrücklich, sich mit solchen Themen zu befassen). Gesetzliche dreigliedrige Körper sind im deutschen System selten.